Kompost

Kompost Garten Abfälle - Kostenloses Foto auf Pixabay

Kompost – das Gold des Gartens

Jedem Gartenfreund und jeder Gartenfreundin möchte ich die Erzeugung eigenen Düngers in Form von Kompost anraten. Dieser Dünger kostet nichts und man weiß, was drin ist. Auch unsere Gartenordnung plädiert auf die Vermeidung von Abfällen, indem man alles, was im Garten gejätet oder geschnitten wird, kompostiert (Gartenordnung S. 6 § 6, Abs. 2). Mit der Verwendung von Kompost erzielt man eine gute Bodenkrume, die Wasser gut halten kann und eine Lebensgrundlage für ein gesundes Bodenleben bildet (einschließlich Regenwürmern).  Es macht wenig Sinn, seinen eigenen Grünschnitt in eine Mülltonne zu werfen und danach im Frühjahr Gartenerde zu kaufen. Kompostierung ist Kreislaufwirtschaft in Reinform: sie spart Geld, schont Ressourcen und enthält notwendige Nährstoffe für unser Gemüse. Also: ran an den Kompost.

Wie gewinnt man Humus bzw. Kompost?

Mit allem, was der Garten liefert. Jede Form den Schnitts – Baum- oder Strauchschnitt, Blumenstängel oder Gemüsereste und gejätetes „Unkraut“ – kann in Kompost umgewandelt. Wichtig dabei ist die Mischung: Weiches und Hartes sollte gut gemischt werden damit die Kompostierung zügig und erfolgreich ist. Reiner Rasenschnitt-Kompost wird schimmeln, nur Äste und Zweige verrotten nur sehr langsam. Damit die kleinen Kompost-Lebewesen ordentlich arbeiten, schaffen wir ihnen ein „Wohlfühlklima“ mit einem leicht feuchten, lockeren (=luftdurchlässigen) Pflanzen-Allerlei. Der Schnitt einer Hainbuchenhecke wäre optimal von der Zusammensetzung: also dünnere Ästchen gemischt mit Blättern. Stärkere Äste kann man auch durch häckseln leichter zur Verrottung bringen, oder das Häckselgut z. B. gleich auf Blumenbeete oder Wege geben.

Weil jedoch nicht alles zur gleichen Zeit anfällt – Rasenschnitt vermehrt im Sommer, Zweige von zurückgeschnittenen Sträuchern und Rosen im Frühjahr, Baumschnitt im Winter oder Sommer usw. – muss der Kompost „umgesetzt“ werden. Das heißt, man sammelt erst einmal alles in einem (oder mehreren) Komposter(n). Später um Jahr nehmen wir ihn auseinander und schichten ihn neu: ganz unten die dickeren Äste, darüber die kleineren Äste, gemischt mit Jätgut, Abgeschnittenem von Kräutern, Blumen oder Grasschnitt und Gartenerde. Gut sind auch Zugaben von Mist. Achtung: unsere „Mistspender“ sollten keine Medikamente bekommen! Auf keinen Fall eine Wurmkur, denn diese vernichtet auch die Regenwürmer!

Wenn man das Gefühl hat, dass zu viel Rasenschnitt anfällt und die Zweige bei der letzten Baumschnittsammlung abgegeben wurden, kann man mit Eierkartons die Belüftung fördern.

Der Schnitt eines Jahres wird dann voraussichtlich im nächsten Jahr als reifer Kompost verwendbar sein. Auf Kompostbeschleuniger kann man verzichten. In der trockenen Zeit ist eine Gießkanne Wasser der beste Beschleuniger.

Manche Gärtner setzen Kompostbeschleuniger ein. Hefe (ggf. in Kombination mit Zuckerwasser) soll die Rotte fördern. Die Abtei Fulda bietet einen Kompostbeschleuniger aus verschiedenen Kräutern an, der Baumarkt hat einen und der Pflanzenhof hat sicher verschiedene Bio-Zusätze im Angebot. Ich selbst verwende nichts mehr davon, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass mein Kompost mit oder ohne Zusatz ein Jahr für die Rotte benötigt.

Küchenabfälle sind übrigens auch sehr geeignet für unseren Gartenkompost. Besonders, wenn Eierschalen darin sind. Diese sind natürlich Kalklieferanten. Bitte verzichten Sie auf die Kompostierung von Fleischabfällen, den mit diesen könnten Ratten angezogen werden.

Nun noch ein Wörtchen zum Thema Unkrautsamen im Kompost: diese können tatsächlich auf der Gemüsefläche austreiben. Daher lassen manche Kleingärtner daher ihren Kompost nach dem Sieben noch ein Jahr in einer dunklen Grube weiterrotten, so dass diese Samen nicht mehr keimen. Andere entsorgen Jätgut „separat“ und wieder weitere vernichten Spontanvegetation mit der Giftspritze. Ich persönlich halte von keiner der erwähnten Tricks etwas. Spontanvegetation ist ein Zeichen gesunden Bodens. Sie erhält die Vielfalt. Töten sie sie nicht (mit Gift) ab. Denn auch andere Pflanzen leiden darunter und am Ende sogar Sie selbst. Manchmal unterstützt die Spontanvegetation sogar bei der Beschattung des Bodens und erhält damit das Bodenleben. In vielen Gärten findet man keine pflanzliche Vielfalt mehr, die doch so wichtig ist für Wildbienen und Co. Jäten Sie wenn nötig. Am besten mit der Hand. Sie werden ihr Gemüse mehr lieben, wenn sie es beim Wachstum persönlich verteidigt bzw. gefördert haben.

Welche Kompostbehälter?

Manche Gärten enthalten noch gemauerte Zweikammer-Kompost-Anlagen. Diese sind ein Geschenk. Mein Gartennachbar hat so eine wundervolle Anlage, aus der er sogar Kompost-Tee gewinnt. Kompost-Tee ist selbstgemachter Flüssigdünger. Er enthält sehr viele Nährstoffe.

Wenn ich keinen gemauerten Komposter habe? Es gibt relativ preiswerte Holzgerüste für Kompost im Baumarkt. Zunächst scheint das eine naturnahe Form der Umrandung zu sein, doch diese Hölzer sind imprägniert und damit giftig. Sie werden zwar auch von den Kleinlebewesen mit der Zeit zersetzt, aber das Gift kommt damit auch in unseren Kompost. Daher: lieber keine Holzkomposter kaufen.

Sind Schnellkomposter schneller?

Kompost, der vor Wind und direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist, rottet schneller. Man kann diesen Effekt erreichen, indem man einen Gitterkomposter (aus Metall) innen mit Papier auskleidet oder außen eine Plane / ein altes Betttuch oder eine alte Decke oder alte Bretter etc. herumlegt. Auch das Abdecken ist wichtig. Papiertüten bzw. Kartonagen verrotten mit, bleiben also nicht übrig und enthalten i.d.R. wenig Schadstoffe.

Es gibt auch „Schnellkomposter“ aus Kunststoff. Wenn man sie ohne Bodenplatte verwendet, taugen sie auch.

Soll man überhaupt einen Kompostrahmen verwenden?

Ohne Umrandung kann eine Kompostmiete zum Wohnzimmer für Igel werden. Sie bekommen im Frühjahr Junge. Bitte dann den Kompost nicht abtragen! Sollte man das nicht wollen, ist ein Reisig-Laub-Haufen, den man nur auffüllt und möglichst nicht wieder abbaut, eine bessere Variante für die Ansiedlung von vierbeinigen Gartenfreunden.

Die Verwendung eines Kompostrahmens grenzt die Ausdehnung des Komposthaufens auf die umrahmte Fläche ein. Das ist ein Vorteil für die Gartenplanung. Ich setze meinen Kompost immer mal wieder an einen anderen Ort. Dabei gibt er Nährstoffe an die Erde unter sich ab. Das tut dem Boden gut und kann bei der Planung der Fruchtfolgen ein „Joker“ sein.  

Manchmal möchte ich aber auch ein neues Stückchen Grabeland gewinnen. Da der Kompost das Wachstum unter sich beendet, gewinne ich nach einem Jahr, wenn ich den Kompost ernte, eine neue, freie, nährstoffreiche Fläche, die ich z.B. meinem Gemüsebeet hinzufügen kann.

Einmal hat eine Wildbiene ihr Nest in einen meiner Komposthaufen gebaut, der etwas länger stand und nicht eingepackt war. Darüber habe ich mich sehr gefreut – auch wenn der Kompost dann erst einmal für mich tabu war. Im Folgejahr war das Nest dann woanders und ich konnte den Kompost dann verwenden.

Die richtige Lage

Allgemein wird empfohlen, Kompost im Halb-Schatten zu platzieren, denn die kleinen Kompostmikroben benötigen Feuchtigkeit zum Leben. Pralle Sonneneinstrahlung trocknet ihn aus, Schatten bewahrt Feuchtigkeit. In manchen Büchern wird Holunder als Kompostbusch empfohlen. Hier hat man eine schöne Symbiose: Holunder mag es gern nährstoffreich und der Kompost fühlt sich im Schatten des Holunders sehr wohl. Außerdem ist Holunder ein gesundes Wildobst. Aber Achtung: er wächst stark.

Was ist nicht geeignet für den Kompost?

Schwer oder gar nicht verrotten Schnittmaterialien von Kirschlorbeer, Walnuss und Zypressen. Da diese drei Pflanzenarten sowieso nicht in einem Kleingarten stehen sollten, wird das die meisten von uns nicht betreffen.

Vermeiden Sie das Kompostieren von fleischhaltigen Abfällen. Fleisch zieht angeblich Ratten an.

Zum Schluss noch ein Link von dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde: https://www.kleingarten-bund.de/de/gartenpraxis/umwelttipp/kompost/

Dort finden Sie auch jede Menge anderer guter Tipps.

Viele Freude und Erfolg bei Komposten!

Autorin: Helma Keßler, Fachberaterin Kleingartenverein Dönche e.V.